Expert Statement: Heike Baller

Expert Statement: Heike Baller

Recherchekompetenz als Herausforderung in Zeiten der Corona-Pandemie – und darüber hinaus

Die Corona-Pandemie schickt uns in die Vereinzelung. Homeoffice allerorten - und hier trennt sich die Spreu vom Weizen in Sachen Recherchekompetenz. Der alltägliche Austausch ist schwieriger geworden. Wer mal eben die Kollegin fragen konnte, wo eine bestimmte Information steht, sieht sich plötzlich mit der Frage allein. Kommen noch asynchrone Arbeitszeiten wegen gleichzeitiger Kinderbetreuung hinzu, heißt es erst recht: Selber rausfinden. Aber wie?

Für Nachrichten rund um alles Aktuelle sind etablierte Medien mit ihrem Faktenchecking-Apparat im Hintergrund eine gute Anlaufstelle. Zumindest, wenn Sie daran denken, verschiedene Beiträge verschiedener Medien zu lesen und zu vergleichen. Übersehen Sie nicht die zur Verfügung gestellten Rohdaten.

Wenn Sach- oder Fachinformationen nötig sind, bedarf es weiterer Recherchekompetenz. Dazu gehören die richtigen Fragen:

  • Wie lautet das Thema? Wie drücke ich es fachgerecht aus?
  • In welchem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder wissenschaftlichen Umfeld ist es angesiedelt? Welche Institutionen bieten Informationen dazu?
  • Wenn ich Literatur benötige: Welche Kataloge oder Datenbanken bieten die passende Literatur? Wie komme ich in Zeiten geschlossener Bibliotheken an die Texte?

Recherchekompetenz zu erwerben tut not

Diese Kenntnisse wachsen niemandem im Nu zu – aber es gibt Hilfen.

  • So bieten Bibliotheken Anleitungen für die Recherche in ihren Katalogen. Sie heißen „Tutorial“ oder „Hilfe“ oder „Suchtipps“ – nutzen Sie sie!
  • Für die Zeit der Bibliotheksschließungen gibt es Angebote für den erweiterten Zugriff auf online verfügbare Texte – schauen Sie, welches Angebot für Sie passt.
  • Wenn Sie einen Titel gefunden haben, der passt, auf den Sie keinen Zugriff haben, können Sie bei Twitter mit den Hashtags #twittothek oder #icanhazpdf um Hilfe bitten.
  • Für die Suche in Suchmaschinen gibt es auf vielen Seiten im WWW Tipps zur Auswahl von Suchmaschinen und wie mit den richtig eingesetzten Operatoren und Befehlen aus einer Zwei- oder Dreiwortsuche eine effiziente Recherche wird. Da hilft nur: Reinfuchsen.

Diese Kenntnisse sind nicht nur in Zeiten des erzwungenen Homeoffice nützlich – sie gehören in unserer digitalen Zeit zum Allgemeinwissen. Deshalb sind Unternehmen und Institutionen jeglicher Couleur gefragt, die Weiterbildung ihre Mitarbeitenden zur Recherchekompetenz zu verstärken. Verlässliche Informationen sind zu jeder Zeit eine wichtige Entscheidungs- und Geschäftsgrundlage. Das gilt für den bisher als normal erfahrenen Arbeitsalltag. Und für die Zukunft, in der das Homeoffice auch nach der Corona-Pandemie eine verbreitetere Option für das Arbeitsleben sein wird. Wenn Mitarbeitende auf sich allein gestellt sind, müssen sie über die Kenntnisse verfügen, um Informationen außerhalb des bisher gewohnten Rahmens zu besorgen und zu bewerten.

Die Coronakrise verschärft die Notwendigkeit, sich Recherchekompetenz anzueignen. Denn verlässliche Inforemationen sind zu jeder Zeit wichtige Entscheidungs- und Geschäftsgrundlagen. Im Home Office bin ich aber im Zweifelsfall auf meine Fähigkeiten alleine angewiesen.

Heike Baller ist seit den ersten Besuchen in der Stadtbücherei als Kind die Begeisterung für Recherche und Literatur erhalten geblieben. Nach einem Studium der Germanistik, Geschichte und Musikwissenschaft und bei der Arbeit in Bibliotheken machte sie ihre Berufung als Recherche-Profi (https://www.profi-wissen.de) dann endgültig zum Beruf – und ist inzwischen auch als Dozentin on- und offline rund um das Thema Recherche tätig.

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