Die nützliche Wissenschaft

20blue, 20.09.2013


Wissenschaft prägt den Alltag längst mit

Die Kernkompetenzen von Geistes- und Sozialwissenschaftlern sind für die Wirtschaft der Wissensgesellschaft relevant. Die Gesellschaftswissenschaften wägen ab, nennen Bedingungen und Grenzen und stellen Mehrdeutigkeiten dar. Indem sie die kulturelle, historische, regionale, soziale Prägung eines Begriffs, einer Person oder einer Handlung verständlich machen, verbreitern sie die Grundlage für gute Entscheidungen. Die Gesellschaftswissenschaften verändern sich, weil sie Verschiebungen von Werten, Haltungen und Einstellungen früh erkennen. Diese Wandlungen betreffen die Welt, in der auch Unternehmen tätig sind. Geistes- und Sozialwissenschaftler erkennen auch früh, wie relevant eine Verschiebung ist, welche Akteure beteiligt sind, welche neuen auf den Plan treten. Ein Experte sieht Parallelen und kann daraus Handlungsoptionen ableiten. Er antizipiert Krisenszenarien, Gegenargumente und Unstimmigkeiten. Und er sieht auch, was fehlt, erkennt mögliche und nötige Entwicklungen, die bislang unterblieben sind. Für Unternehmen ist gerade das ein echter Wissensvorsprung.

Ein solches Denken, wie es in den Geistes- und Sozialwissenschaften als Ideal gepflegt wird, wird in Unternehmen aus Rücksicht auf Hierarchien oder Befindlichkeiten zu oft vermieden, nicht selten mit fatalen Folgen. Manager schaffen, bewusst oder unbewusst, eine Atmosphäre, in der sie objektives Wissen und verlässliche Informationen über signifikante und nötige Veränderungen nur noch von außen bekommen können – weil sie Angst haben, intern das Gesicht zu verlieren oder weil sie letztlich schüchtern oder unsouverän sind. Unabhängige Fachleute entgehen diesen Gefahren. Nur wurden bisher kaum Prozesse geschaffen, die gewährleisten, dass Experten in dringenden Situationen auch zur Verfügung stehen.

Die großen Aufgaben der Gegenwart verlangen geradezu nach der Sachkompetenz von Geistes- und Sozialwissenschaftlern. Man denke an sich verändernde Konzeptionen und Mechanismen des Sozialstaats, neue Formen der Teilhabe, Perspektiven dauerhafter Konfliktbewältigung im zwischenmenschlichen und zwischenstaatlichen Alltag und in Notsituationen, an den Umgang mit Krankheiten und dem Alter, den Wert häuslicher Pflege und schulischer Fürsorge, an die moralische Dimension von Migration, den Kontext interkultureller Prinzipienkonflikte, die Bedeutung von Gedächtnis und Erinnerung, die europäische Vision oder die handlungsleitende Funktion neuer Erlebnisgefühle.

Unternehmen müssen verstehen, dass sie in einer von den Geistes- und Sozialwissenschaften mitgeprägten Welt agieren. Sie können sich die Fragen und Antworten dieser Wissenschaften zunutze machen. Viele Akademiker scheuen sich vor der „Nützlichkeit“. Nimirum vermittelt zwischen Unternehmen und Universitäten und schafft logistische, sprachliche und inhaltliche Hindernisse aus dem Weg. Nimirum hat durch seine Experten Zugang nicht nur zu Zentralstellen, die in einer großen Universität sehr weit von der eigentlichen Forschung entfernt sind, sondern direkt in die Forschung.

Beide Seiten, Wissenschaft und Wirtschaft, wahren ihre Integrität und profitieren dennoch auf neue Art und Weise voneinander. Auch das ist Knowledge Assurance.

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