​Keiner kann alles wissen – aber wer weiß es dann?

Anja Mutschler , 24.05.2016

Wir wissen mittlerweile alle recht gut, dass wir nie so viel wissen können, wie wir wissen wollen. Privat fragen wir Freunde. Im Berufsleben ist das nicht so einfach. Oft sind Suchmaschinen unser bester Freund. Das muss nicht sein, meint Anja Mutschler, Managing Partner von Nimirum. Das Leipziger Unternehmen bildet aus 350 handverlesenen Wissenschaftlern und Experten projektbezogen Wissens-Hubs.

Knapp 4000 Jahre Erfahrung, dies ist der Zeitraum von der Bronzezeit bis heute, die gesamte Entwicklung der Algebra und, wenn man sehr großzügig rechnet, die kulturelle Entwicklung von der Antike bis jetzt. Wir wissen nicht, ob die Welt heute anders wäre, wenn die Griechen vor 2000 Jahren auf 4000 Jahre Erfahrung unserer 350 Expertinnen und Experten hätten zurückgreifen können. Aber 4000 Jahre Wissen sind, zusammengenommen, schon recht viel.

Wir erinnern uns: Nimirum ist kein hipper Streaming-Dienst für Milchshakes, sondern krass gelebter Humanismus: Bildung für alle, selbst im Büro. Dein Streber sei mit Dir. Die Lösung für das Stoßgebet vor Projektschluss. Der perfekte Praktikant. Wikipedia für Fortgeschrittene. Schnell und vertraulich einen Experten nach einer Einschätzung fragen – eine echte Alternative zum Googeln.

Wobei wir natürlich niemals sagen würden, wir seien besser als Google. Um Himmels Willen. Keinesfalls! Das war jetzt auch nicht witzig gemeint oder so, höchstens unfreiwillig komisch. Und unfreiwillig komisch, das geht in Deutschland ja noch.

Echt hingegen, das sind wir auf jeden Fall (haben Sie den Witz bemerkt?). Wenn wir für Kunden einen unserer 350 Expertinnen oder Experten fragen, können die beispielsweise sagen: Macht das; ne, das lieber nicht. Das kann eine Suchmaschine oder eine Datenbank nicht so gut. Maschinen generell können gut Zahlen sortieren: Die Mehrheit der Deutschen findet TTIP doof (Wahnsinn!) oder Wer mehr Wein trinkt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit älter als der, der Bier trinkt (Quelle: Graphen mit schwungvolle Linien oder www.frag-den-experten-und-er-antwortet-dir-zwischen-knopperspause-und-tatort.de). Im besten Falle nennt man den Zusammenhang zwischen Daten dann Korrelation, nicht zu verwechseln mit der Kausalität, und der hilft nicht wirklich weiter. Oder würden Sie sagen: Mein letzter Freund hatte abstehende Ohren und ist fremdgegangen, deshalb nehme ich jetzt nur noch Blonde? – Würden Sie??

In einem Nimirum-Dossier lesen Sie: Welche kommunikativen Fails zur abnehmenden Begeisterung über TTIP geführt haben und warum positive Vergleiche mit Alkohol in der öffentlichen Kommunikation generell abnehmend sind (Quelle: Medien, Wissenschaft oder Expertenzitate).

Wäre ich jetzt so wahnsinnig und würde den Vergleich wagen, würde ich sagen: Das wäre so ein Unterschied zwischen Google und uns. Ich bin natürlich nicht wahnsinnig.

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Persönlich bedauere ich etwas, dass beruflich so wenig über Sex, Drugs & Rock’n Roll geforscht wird. Aber immerhin über Schönheitsideale in Rumänien, Genderdebatten in Schweden und die Musikindustrie in Indien. Alles eine Frage des Labels.

Supertop ist auch: Sie können bei uns mittlerweile sogar prokrastinieren! Wir nennen das „Extra Learning“; und ich kann Ihnen versichern, dieses Wissen vergessen Sie als letztes.

Ich weiß es nach gefühlt 30.000 Seiten Nimirum-Dossiers: Keiner kann alles wissen. Genauso wenig wie wir ALLES ansehen, kaufen oder trinken können (weshalb ich übrigens nie einen Streaming-Dienst für irgendwas gründen würde). Aber manchmal gibt es diese eine Frage, diese verdammte eine Frage, die

  • einen vergessen lässt, dass man seinen Partner (mit einem Kuss) begrüßt,
  • beim Buchlesen mit dem Kind plötzlich abschweifen lässt, oder die
  • dazu führt, dass man Milch kaufen will und mit Orangensaft nach Hause kommt.

Sie nennen es „die Folgen des Multitaskings“. Ich nenne es „die Sehnsucht, Dinge richtig zu machen.“

Sehr frei übersetzt, jetzt bitte nicht wundern, heißt das auf Latein übrigens Nimirum.

Ich zum Beispiel frage mich den gesamten Artikel über, wie dieses rhetorische Stilmittel heißt, das ich mit dem evozierten Nicht-Vergleich zu Google gewählt habe. Aber wissen Sie, was das absolut traumhafte an meinem Job ist: Ich kenne jemand, der‘s weiß. Sie vielleicht, Böhmerm…?

Also: rufen Sie an, wenn Sie das nächste Mal Häschen statt Näschen lesen, weil Ihnen im Hinterkopf das unerledigte Projekt umherwabert. Das war vor 2000 Jahren noch nicht möglich.

Alles Gute, Ihre

Anja Mutschler

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