Unverpackt –
die neue alte Art des Einkaufens

Gunter Heinickel und Philippe Bernard, 14.02.2021

Unverpackt Einkaufen – Verpackungsverzicht scheint in der aktuellen Debatte um Nachhaltigkeit die simpelste Lösung zu sein. Doch was ist mit der Hygiene? Dr. Gunter Heinickel, Autor des Whitepapers „Ausgepackt: Mythencheck Nachhaltige Verpackungsmaterialien“ hat die neue, gar nicht so neue Art des Unverpackt Einkaufens im Interview mit dem französischen Monsieur Unverpackt, Philippe Bernard, Experte für die Entwicklung des Unverpackt-Verkaufsbereich in Deutschland, beleuchtet. Im aktuellen Beitrag zeigt er, wie der Trend Unverpackt Einkaufen zu einer echten Alternative werden kann.

Unverpackt Einkaufen – das ist eigentlich gar nichts Neues. Es handelt sich vielmehr um die älteste und in vielen Weltteilen noch heute selbstverständlichste Art und Weise, Waren des täglichen Bedarfs, vor allem Nahrungsmittel, für den privaten Konsum zu besorgen.

Diese Art des Einkaufs rückt in Deutschland derzeit wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. Verständlicherweise, denn dieser Konsumstil reduziert Verpackungsabfälle erheblich und ebnet zugleich den Weg zur Einführung neuer Mehrweg- und Kreislaufsysteme. Diese beiden – auch gesetzgeberischen Prämissen –bestimmen heute zunehmend die Entwicklungen im Verpackungssektor. Der Trend zur Unverpackt-Kultur wurde allerdings keineswegs durch die Initiative der Gesetzgeber angestoßen, sondern durch die Endkund:innen.

Zunächst ist zu klären, was „unverpackt“ im Kontext des „Unverpackt“ Einkaufens eigentlich bedeutet. Denn auch hier kann nicht vollständig auf Verpackung verzichtet werden.  Die Waren werden sehr wohl verpackt, um transportierbar zu werden. Und wenn es sich dabei nur um die Tasche der Einkäufer:innen handelt. „Unverpackt“ bezieht sich vielmehr auf den Verzicht von Vorabverpackungen in den Ladengeschäften, die die Waren in den Geschäften nicht nur verpacken, sondern sie zugleich in einem bestimmten Umfang für die Endverbraucher:innen portionieren.

Bis vor 50-60 Jahren waren Umverpackungen in Europa keineswegs selbstverständlich. In den damals noch zahlreichen kleinen Einzelhandelsgeschäften waren der offen im Laden stehende Sack, oder das große, in den Ladenbauten integrierte Schüttbehältnis der Normalfall. Daraus konnte dann das Ladenpersonal je nach Kundenwunsch unterschiedlich große Portionen abfüllen. Gleiches galt für die von der Kundschaft mitgebrachte Milchkanne, die über einen Zapfhahn befüllt wurde. Auf den Wochen- und Tagesmärkten ist es ja bis heute so geblieben. Das Anbieten unverpackter Ware erlaubt der Kundschaft nicht nur, die Ware genau aus der Nähe zu begutachten, sondern ermöglicht auch eine Qualitätsprüfung durch Anfassen. Doch genau dieser unmittelbare Umgang mit der Ware wurde zum Stein des Anstoßes und in der westlichen Welt zunehmend skandalisiert und sanktioniert. Das Argument damals wie heute: die Hygiene.

Doch während sich vorabgepackte Lebensmittel vor allem in den Supermarktketten durchsetzten, entwickelten sich parallel in den letzten 40 Jahren Einkaufskonzepte, die das überkommene Einkaufserlebnis von offen angebotenen Waren mit neuen Hygienestandards zu vereinen suchten.

In den USA machte der dort entwickelte Kunststoff Tritan die Entwicklung funktionaler und hygienischer Verkaufsvorrichtungen möglich. Denn er ist BPA-frei und damit zur Anwendung im Lebensmittelbereich geeignet. Außerdem zeichnet er sich durch hohe Festigkeit aus. Dies ist zentral, denn es bedeutet eine enorme mechanische Belastung für Behälter und Auslasssysteme, wenn jeden Tag dutzende oder hunderte unterschiedliche Kund:innen diese Vorrichtungen mehr oder weniger geschickt betätigen, um die losen oder in flüssiger Form angebotenen Waren nach eigenen Portionierungswünschen in die mitgebrachten Transportbehältnisse ausfließen zu lassen.

Hier können Sie das vollständige Whitepaper herunterladen: “AUSGEPACKT: Mythencheck nachhaltige Verpackungsmaterialien”



 

Philippe Bernard, der französische „Monsieur Unverpackt“, arbeitete an der Einführung amerikanischer Lösungen

In Europa hingegen scheiterten Ansätze zu einer ähnlichen Entwicklung. Philippe Bernard, der als führender Experte und Monsieur Unverpackt jahrzehntelang daran mitarbeitete, die amerikanischen Lösungen auf dem europäischen Markt einzuführen, sieht einen Grund für dieses Scheitern in einem grundlegenden Missverständnis der europäischen Anbieter: Diese sahen den Vorteil unverpackt angebotener Waren vor allem in der Materialersparnis und dem damit verbundenen, vermeintlich großen Potential zur Kosteneinsparung. Doch Unverpackt-Lösungen sind nicht kostengünstiger, nur weil der Materialaufwand reduziert werden kann. Vielmehr bedürfen sie besonderer Investitionen an anderer Stelle, um für Kund:innen attraktiv und funktional sein zu können.

Seit gut 10 Jahren ändert sich aber auch diesseits des großen Teiches das Bild. Ausgehend von Frankreich findet das Unverpackt-Konzept nun auch in anderen europäischen Ländern immer mehr Nachahmer. Treiber dieser Entwicklung waren und sind wesentlich die Kund:innen. Deren Interesse nach einer neu-alten Weise des Einkaufens wurzelt nicht allein in umweltpolitischen Überlegungen. Ausschlaggebend für die ursprüngliche Bewegung weg von vorabgepackten Waren war auch der Ärger darüber, dass über viele Jahre Produkte zunehmend über die Verpackung verkauft wurden. Immer aufwendigere Gebinde standen in krassem Missverhältnis zur Menge und Qualität des Inhalts und erzeugten oft genug den Eindruck einer Mogelpackung.

Frankreich wird zum Leader der Unverpackt-Kultur in Europa

Dass gerade Frankreich zur Brücke für die Einführung der amerikanischen Unverpackt-Kultur in Europa wurde, führt Philippe Bernard zum einen auf die in den USA von Bea Johnson gegründeten „Zero Waste“-Bewegung zurück. Bea Johnson ist in Frankreich geboren und aufgewachsen, und so hatte sie als Buchautorin und Initiatorin einer neuen Unverpackt-Kultur leichten Zugang zu ihrem Herkunftsland.

Zum anderen, so Bernard, haben die starken Einwanderungsgruppen aus Übersee, insbesondere aus Nordafrika, in Frankreich die Akzeptanz des „alten neuen“ Einkaufens begünstigt.  Schließlich waren sie damit aus ihren Herkunftsländern bestens vertraut. In Frankreich gibt es daher nicht nur zahlreiche spezialisierte Unverpackt-Läden, vielmehr bietet dort inzwischen jeder Supermarkt Teile seines Sortimentes für dieses Segment an. Frankreich, so Bernard, ist Deutschland damit um 5-7 Jahre voraus.

Dagegen befindet sich Deutschland noch in der Pionierphase. Aktuell gibt es ca. 250 Läden, die ihr Angebot zwischen 50-100% als unverpackte Ware anbieten. Auch erste Supermarktfilialen bewegen sich in diese Richtung, doch hängt dies sehr von den individuellen Entscheidungen der Marktleitung ab. Die Konzerne selbst halten sich noch zurück.

In der neuen Einkaufskultur liegen Chancen und Hürden

Unverpackt bedeutet für Kund:innen wie Anbieter eine grundsätzlich andere Verkaufskultur gegenüber den heute konventionellen Formen. Und darin liegen Chancen wie Hürden.

Zunächst liegen die Vorteile für die Kund:innen auf der Hand:

  • es ergibt sich eine Müllersparnis von 75%
  • für die Kund:innen bietet sich eine gute Produktsichtbarkeit
  • den Kund:innen erlaubt der nicht vorportionierte Einkauf, den eigenen tatsächlichen Verbrauch genau abzuschätzen: Das Wegwerfen von Lebensmitteln, weil die größere Menge nicht zeitnah verbraucht wird, kann vermieden werden, was sich auch auf den Geldbeutel auswirkt
  • der notwendige, regelmäßige Austausch der Behälter (und der darin befindlichen Restmengen) in den Geschäften garantiert die Frische der angebotenen Ware

Allerdings bedeutet unverpackt einzukaufen auch eine erhebliche Umstellung für die Verbraucher. Ein wesentliches Element der neuen Unverpackt-Kultur gegenüber früher ist es, dass die Kund:innen grundsätzlich ihre eigenen Behältnisse zum Einfüllen der Waren mitbringen müssen. Dabei kann es sich um Behälter aus dem privaten Besitz handeln, oder Behälter, die Bestandteil eines Pfandsystems sind. Egal, ob es sich um (Papier)tüten, Gläser oder Metallbehälter handelt. Ein weiteres wesentliches Element von Unverpackt-Einkaufen besteht darin, dass Kund:innen noch viel eigenständiger als in den historischen Tante-Emma-Läden die gewählten Waren über die neu entwickelten Verkaufsvorrichtungen abpacken – sie werden gewissermaßen zu ihren eigenen Verkäufer:innen. Grundsätzlich bietet sich damit eine intensivere Emotionalisierung des Einkaufs: die Kund:innen müssen diesen durch die Wahl und Mitnahme der eigenen Transportbehälter bewusst vorbereiteten. Dies benötigt einen gewissen höheren Planungsaufwand – und mehr Selbstkontrolle: Zu welchem Geschäft müssen welche Behältnisse mitgenommen werden? Was und wie viel soll tatsächlich eingekauft werden? Dies beschränkt zugleich die Spontanität beim Einkauf.

Unverpackt Einkaufen erfordert interaktives Geschehen zwischen Verkäufer:innen und Kundschaft

Aber auch die Verkäufer:innen sehen sich vor neuen Herausforderungen, insbesondere in ihrem Verhältnis zu den Kund:innen. Sie müssen die Kundschaft in den Umgang mit den Verkaufsinstallationen einweisen sowie Vorgaben zur Hygiene und Reinigung überprüfen. Die leeren Behältnisse der Kund:innen müssen eventuell vorab gewogen werden, um den Preis der erworbenen Lebensmittel und Waren bestimmen zu können. „Unverpackt“ bedeutet also ein wesentlich interaktiveres Geschehen zwischen Verkäufer:innen und Kundschaft, und das Verkaufspersonal muss akzeptieren, dass die Kund:innen selbständig und aktiv die Einrichtungen der Ladengeschäfte benutzen, während das in den konventionellen Geschäften untersagt ist. Auch eine Grundreinigung des Ladengeschäfts zu Öffnungs- oder Schließungszeiten genügt nicht mehr, vielmehr muss während der gesamten Öffnungszeitraums die Sauberkeit überprüft und auch wiederhergestellt werden. Dies alles erfordert spezielle Schulungen für das Verkaufspersonal – und darin liegen die erhöhten Kosten und die größten Herausforderungen für die Anbieter.

Auch das Verhältnis zwischen dem Handel und den Warenproduzenten wird durch Unverpackt-Angebote grundlegend berührt. Dies betrifft zunächst die von den Produzenten bereitgestellten Portionierungen. Bisher werden von der Industrie für Lebens- und Haushaltsmittel vor allem Verpackungen mit 1kg oder 50kg Portionsgröße bereitgestellt – differenziert für die Abnahme direkt durch die Endverbraucher:innen im Kleinhaushalt, oder als Großlieferung für den Handel. Der Unverpackt-Handel benötigt aber differenziertere Packungsumfänge von 10kg bis 15kg, da die abgefragten Mengen wesentlich variabler sind. Solche strategischen Neuausrichtungen wirken sich unmittelbar auf die in der Produktion eingesetzten Maschinen aus.

Zudem hat das private Abfüllen der Waren in den Läden durch die Kundschaft Auswirkungen darauf, wie Hersteller ihre Waren zu den Verkaufsstellen transportieren. Denn dadurch, dass keine vorportionierten Waren angeboten werden (deren Verpackung die Endverbraucher:innen entsorgen müssen) kommen die Hersteller automatisch in die Pflicht, ihre eigenen Transportbehältnisse für Großmengen ebenfalls wieder zurückzunehmen. So entstehen gewissermaßen zwei Rücklaufsysteme, die sich nur teilweise überlappen: zwischen Endkund:innen und Verkaufsstellen und zwischen Verkaufsstellen und Herstellern.

Die Umweltbilanz hängt auch vom Umfang der Mehrweg- und Rücknahmesysteme ab

Unverpackt Einkaufen wird als umweltfreundlichere Alternative gesehen. Schließlich ist das erklärte Ziel des Unverpackt-Handels, die weitgehende Reduktion von Verpackungen. Wie sieht es hier also in Hinblick auf die Umweltbilanz aus?

Dies hängt ganz davon ab, inwieweit es dem Unverpackt-Handel gelingt, die in privater Hand und zwischen Herstellern und Verkäufern gemanagten Transportbehältnisse in Mehrweg- und Rücknahmesysteme zu integrieren. Diese Integration ist auch das erklärte Ziel dieses Handelssegments. Doch im Moment sind die diesbezüglichen Lieferketten in Deutschland noch zu kurz und unvollständig, so dass sich die grundsätzliche Materialersparnis im Transport noch nicht positiv auswirken kann. In einigen Jahren kann das aber schon ganz anders aussehen. Die Einführung neuer, intelligenter Mehrweg- und Rücklaufsysteme, die eine Übersicht über die jeweils aktuell im Umlauf befindlichen Behältnisse bieten, ist hierfür entscheidend.  

Da die Transportbehälter solcher Rücklaufsysteme gereinigt und möglichst direkt an die Produzenten zurückgegeben werden müssen, favorisiert eine Unverpackt-Verkaufskultur zudem automatisch die regionale Produktion von Lebensmitteln und Bedarfsstoffen, um die Transportherausforderungen zu verringern.

Unverpackt in der aktuellen Krise

Die Unverpackt-Bewegung erhält ihre Dynamik vor allem durch risikobereite Pionier:innen, die die neuen Angebote über kleine Einzelhandelsgeschäfte entwickeln. Doch in der aktuellen Corona-Krise stellt dies eine mögliche Bedrohung dar, da die Unverpackt-Kultur eine intensive Interaktion der Kundschaft mit dem Verkaufspersonal und den Verkaufsvorrichtungen in den Läden voraussetzt. Die aktuell von der Krise enorm profitierenden großen Versandunternehmen, mit ihrem enormen Verpackungsaufwand, stellen das krasse Gegenbild dar. Doch zeigt sich auch im Kontext Unverpackt, dass – ähnlich wie im Biohandel – der Kundenkreis treu zu seinem präferierten Konsummodell steht. Die Stammkundschaft ist angesichts der Gesundheitskrise noch überzeugter geworden, und die Unverpackt-Läden haben während der Lockdowns ihre Umsätze sogar gesteigert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Krise mittel-bis langfristig auf die Distributionsstrukturen insgesamt auswirkt.

Entwicklungen neuer Verkaufsvorrichtungen für mehr Hygiene

Die Krise hat die Hygieneherausforderung für Unverpackt-Angebote noch einmal verschärft. Dies wird die Entwicklung neuer Behälter und Distributionssysteme weiter vorantreiben.

Dabei ist zu beachten, dass die Eigenschaften der Produkte die Art und Form der Behälter bestimmen, vor allem bei Flüssigkeiten wie Ölen, Säften aber auch flüssigen Waschlotionen. Dafür werden neue Auslasssysteme benötigt. Denn in 90% aller Produktarten fließt bei Unverpackt-Lösungen die Ware in die kundeneigenen Behälter. Nur 10-15 % der Produkte können nicht über solche Systeme bedient werden, sondern werden über das sogenannte „Scooping“ mittels Löffel oder Pinzette an die Kundschaft ausgegeben. Es ist jedoch erwiesen, dass das Risiko für Verschmutzung vor allem an den Auslassventilen der herkömmlichen umgedrehten Flaschensysteme besteht. Neue (elektrische) Pumpsysteme können da Abhilfe schaffen, auch vor dem Hintergrund, dass sich die Bedienung der bereits verbreiteten Handpumpen für ältere Kundschaft zum Teil als zu anstrengend herausgestellt hat.

Der nächste Schritt bei der Entwicklung wird zweifellos darauf abzielen, Verkaufsvorrichtungen zu schaffen, bei denen – ähnlich wie im Sanitärbereich – gar nichts mehr zur Bedienung angefasst werden muss. Denn die weitere Akzeptanz und Popularisierung des Unverpackt-Konzeptes steht und fällt mit überzeugenden Hygienekonzepten.

Fazit und Ausblick – Wie geht es weiter?

Ein wichtiges Element zur Durchsetzung und Vermittlung solcher Hygienekonzepte wie auch der Durchsetzung des Unverpackt-Einkaufens an sich, stellt aber die (Selbst-)Organisation des Unverpackt-Handels dar. In Deutschland hat sich dazu vor kurzem ein Verband gegründet. Der Unverpackt-Verband ist allerdings noch dabei, sein Profil zu schärfen. So gibt es noch kein allgemein verbindliches Hygieneprotokoll, wie es z.B. in Frankreich nicht nur auf Verbandsebene besteht, sondern auch schon in Gesetzesform gegossen wurde.

Auch die Verbraucherverbände haben in Deutschland noch nicht auf diese neue Verkaufsform reagiert.

Dies muss aber nicht nur von Nachteil sein. Es ermöglicht derzeit auch noch die sehr flexible Weiterentwicklung des Konzeptes. Für den gesamten Verpackungsbereich, der derzeit auch aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Restriktionen für den Einsatz von Kunststoffen in starkem Umbruch begriffen ist, kann der Unverpackt-Sektor wichtige Pionierfunktionen insbesondere für die Entwicklung von Rücklauf- und Mehrwegsystemen übernehmen.

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