Kultur nach Corona: Tanztheater mit Maske?
Auf einen Kaffee mit Sebastian Weber – Interview Teil 1

Maja Franke und Sebastian Weber , 12.10.2021

Die Pandemie hat einigen Branchen einen starken Auftrieb, anderen einen harten Gegenwind beschert. Besonders ausgebremst waren analog stattfindende und eventbasierte Unternehmungen – wie gerade Tanztheater. Ich war auf der Suche nach Content: Wie können die vergangenen anderthalb Jahre künstlerisch umgesetzt werden? Musikalisch, konzeptionell, tänzerisch? Dazu interviewe ich Sebastian Weber, denn dieser Mann hat einen Plan. Eigentlich mehrere!

Wie ich auf der Suche nach Möglichkeiten zur künstlerischen Umsetzung der Pandemie den Stepptanz fand – Was ist die Geschichte dahinter?

Es ist nach-Pandemie im Herbst 2021, ich bin mit Sebastian Weber für ein Interview in einem Café in Leipzig verabredet. Am Telefon hatte er sich als „2-m-Schlacks“ beschrieben. Die Kellner tragen alle noch Masken, wir Gäste können aber schon ganz pur, von Angesicht zu Angesicht, miteinander sprechen. Weber ist Gründer und Leiter seiner gleichnamigen Dance Company. Er choreografiert und tanzt seit 25 Jahren, die Company hat vor kurzem eine wichtige Konzeptionsförderung der Stadt Leipzig erhalten. Ich fragte ihn an, weil ich auf der Suche nach Content bin: Wie können die vergangenen anderthalb Jahre künstlerisch umgesetzt werden? Musikalisch, konzeptionell, tänzerisch? Und – kann man die Pandemie tanzen?

Auf die Sebastian Weber Dance Company (SWDC) wurde ich per Mundpropaganda aufmerksam. Sie ertanzen sich mit Stepp den Zugang zu aktuellen und gesellschaftlichen Debatten, die sie in Bewegung und Rhythmus umsetzen. Momentan plant die SWDC genau das: Ein Stück, dass augmented ist – und die Pandemie umsetzt. Darum drehen sich auch die ersten Fragen. Die aber erstmal in eine ganz andere Richtung gehen, als geplant – ich bin fasziniert vom Tapdance. Das Gespräch ist ein Themen-Feuerwerk. Wir sind nach fünf Minuten beim „Du“.

Autorin: Maja Franke, 20blue-Experts in Consulting & Content, Herbst 2021

Du nennst Dich selbst einen „2-Meter-Schlacks“. Eigentlich wärst Du prädestiniert für Basketball. Wie kamst Du ausgerechnet zum Tanz?

Zufälle und Umwege! Ich war Anfang der 1990er in der 11. Klasse als Austauschschüler in den USA. Ich war auf einer Schule in Kansas und eins der Highlights dort waren die Partys. Damals war es üblich, dass die Jungs schon weit im Voraus ein möglichst hübsches Mädchen nach einem „Date“ fragten. Das war eine große Sache: Wer ist dein Date?

Ich war dafür viel zu schüchtern und kannte ja auch noch niemanden. Also ging ich einfach allein auf die Partys. Und immer direkt auf die Tanzfläche: Abtanzen! So wie wir das aus Deutschland kennen. In Kansas galt das aber als radikal – und ruckzuck hatte ich einen Ruf als Tänzer. Das Schülermagazin schrieb darüber und es stand sogar im Yearbook: „Der wilde Tänzer aus Deutschland!“

Über Zufälle geriet ich dann an die Besitzerin einer Ballettschule, die sich in der Community sehr engagierte. Deren Meinung nach war Ballett die Basis für alle Arten von Tanz. Sie bot mir an, in ihrem Studio zu lernen. Ich hab' mich erstmal gar nicht getraut! Welcher Kerl tanzt denn Ballett?! Aber irgendwann gab ich mir einen Ruck. Und – the rest is history …

Wenn Ballett so ziemlich das Gegenteil von Stepp ist - wie kamst Du dazu?

Ich war halt erstmal ganz verknallt ins Ballett. All die hübschen Mädchen, die Eleganz, die hellen Böden … Dabei bin ich völlig talentfrei, was Ballett angeht! Die Sache ist: In Ballettschulen tauchen fast nie Männer auf, jedenfalls damals nicht – und wenn doch mal einer kommt, wird der hofiert. Ich fühlte mich gleich als großer Tänzer. Ich hab jeden Tag trainiert, auf der Farm mit Strohballen Hebungen geübt. … Peinlich!

„Ich hab jeden Tag trainiert, auf der Farm mit Strohballen Hebungen geübt.“
Sebastian Weber

Am Ende des Austauschjahres erhielt ich dann eine Sondergenehmigung, noch einen Monat nach Boston zu gehen und dort weiter zu trainieren! Tagsüber malerte ich Wände, um ein bisschen Geld zu verdienen und abends besuchte ich Kurse und Aufführungen. An einem Abend wurde kein Ballett geboten, sondern eine Show im Opernhaus. „The Great Tap Reunion“.

Betsie Andrews, meine Ballettlehrerein in Kansas, hatte immer vom Stepptanz geschwärmt. Also ging ich hin. Der Abend war ein Meeting der Stepptanz-Legenden. Ich hatte damals keine Ahnung, wer die alle waren. Aber jeder konnte erkennen, dass das etwas Besonderes war.

Es gab diesen einen Moment während der Show – da fuhr eine riesige Leinwand von der Decke herunter. Auf ihr wurde eine Tanzszene aus einem alten Film gezeigt: Zwei Stepper tanzen durch einen Ballsaal, richtig mit Big Band, alle im Smoking, sie springen aufs Klavier, rennen über Podeste – und landen immer wieder im Spagat. Völlig lässig und grooven dabei ohne Ende! Unfassbar! Das war die legendäre Nummer der Nicholas Brothers mit Cab Calloway aus dem Film Stormy Weather von 1943. Die Filmsequenz war zu Ende – und genau in diesem Moment spazierten genau diese beiden Tänzer, mittlerweile alte Herren, auf die Bühne. Natürlich sofort standing Ovations.

„Man sah ein ganzes Leben, verpackt in 2 Minuten Entertainment.“
Sebastian Weber

Dann zeigten sie noch einen Ausschnitt aus dem ersten Film, in dem sie je getanzt hatten, als kleine Jungs. Und die beiden Alten tanzten das, Jahrzehnte später, auf der Bühne synchron mit. Da kriege ich heute noch Gänsehaut. Man sah ein ganzes Leben, verpackt in 2 Minuten Entertainment. Ich war zwar ahnungslos, aber eines wurde schon klar: Ballett ist jetzt mal genug. Das echte Gold liegt woanders.

Ich bin zurück nach Hause, nach Deutschland, musste ja noch zwei Jahre zur Schule und fing an, Stepptanz-Unterricht zu nehmen. Zuerst in der Musical-Tap-Academy in Freiburg, bei Uwe Meusel.

Freiburg ist so richtig weit weg von Sachsen. Ich dachte, Du bist Leipziger?

Nein, den Osten Deutschlands habe ich erst nach der Wende entdeckt! Durch wieder andere Zufälle hatte ich hier eine Band mit tollen Leipziger Jazzmusikern. Ich war der einzige Wessi. Erst nach und nach hörte ich dann die vielen Geschichten: vom Musikerleben in der DDR, von der Wende … Inzwischen bin ich seit gut 20 Jahren hier und habe immer noch das Gefühl, dass diese Geschichten eine größere Bühne brauchen. Ich würde gerne ein Stück dazu machen, habe aber noch keinen passenden Weg gefunden. Vielleicht später …

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Zurück in die 90er. Wie kamst Du nach New York?

New York war das Epizentrum der Jazzkultur, also auch des Stepptanzes. Jazz und Stepp sind ja historisch gesehen Zwillinge. Alle, die es wirklich wissen wollen, wurden von New York magisch angezogen. Ich habe so schnell wie möglich das Abi hinter mich gebracht und bin dann los. Erst wieder nach Boston, dann New York.

„Jazz und Stepp sind ja historisch gesehen Zwillinge.“
Sebastian Weber

Es gab dort zwei fantastische Clubs. Im Deanna's gab es jede Sonntagnacht eine endlose Session mit Stepp und Jazz. Hitzig, auf engstem Raum, unfassbar kraftvoll. Und immer mittwochs gab es die berühmte Session im LaCave. Dort trafen sich die alten Meister: Jimmy Slyde, Lon Chaney, Buster Brown, Chuck Green … Die junge Generation war auch da. Tamango, Roxane, Max Pollak, … Gregory Hines und Savion Glover kamen manchmal nach ihrer Broadway-Show vorbei.

Wer Steppschuhe mitbrachte, bekam zwei Dollar Rabatt auf den Eintritt. Youngster wie ich kamen also immer mit ihren Schuhen – und saßen dann voller Angst und Hoffnung im Publikum: Der MC des Abends pickte sich immer ein paar Newcomer raus und holte sie auf die Bühne. Da sollte man dann direkt neben diesen ganzen Legenden zeigen, was man kann. Wir nannten das später oft „Die Universität“. Weil Leute wie ich in diesem Club alles gelernt haben.

„Das Deanna´s nannten wir später „Die Universität“. Weil wir in diesem Club alles gelernt haben.“
Sebastian Weber
Beschreib es detaillierter: Was genau hast Du da gelernt?

Wie Jazz funktioniert. Dass Stepptanz zuerst Musik ist und seinen Platz im Gewebe der Band finden muss. Und dass das natürlich nicht nur die Musik betrifft, sondern das ganze Leben. Das man seine eigene Stimme braucht, aber auch Teil der Gemeinschaft ist. Dass man nur dann gut klingt, wenn man gut zuhört. Dass das alles gleichzeitig möglich ist: Impro und Form, Freiheit und Regeln, Individuum und Kollektiv, Albernheit und Würde…

„Im Jazz ist alles gleichzeitig möglich: Impro und Form, Freiheit und Regeln, Albernheit und Würde.“
Sebastian Weber

Was uns da angelockt hat, war ja nicht nur raffinierter Stepptanz. Es war die Aura von alten Meistern, die ein Lebensrezept gefunden hatten, das wirklich gut war. Das echte Antworten parat hatte auf das Leben. Ich hab das damals sicher nicht so reflektiert, aber jeder konnte spüren, dass da was Großes dahintersteckt. Und man wollte Teil davon sein.

Gleichzeitig war es aber auch nicht einfach. Das soll jetzt nicht so romantisch klingen. Ich war meistens total pleite. Versuchte, mich mit Street-Performances zu finanzieren. Das war beinhart. Draußen zu heiß, in der U-Bahn zu laut. Oft von der Polizei vertrieben. Ich war auch kein guter Performer und rannte immer nur mit einer Tasche voll Pennies in den Supermarkt, weil ich nicht mehr verdient hatte. Spaghetti mit nix war das Standardgericht. Es ist jetzt eine lustige Erinnerung, aber mir ging's manchmal auch ziemlich mies.

Du warst gerade 21. Wie ließ sich das mit Deinem Zuhause vereinbaren? Was sagten Deine Eltern?

O je, meine Eltern hatten sicher jede Menge Sorgen und Ängste. Ich bin ja ganz behütet aufgewachsen. Mutter Ärztin, Vater Wirtschaftsprüfer. Planmäßig sollte ich mindestens Jurist werden. Ich hab auch tatsächlich vier Wochen lang Jura studiert, aber es war schnell klar, dass ich da nicht bleiben kann. Ist eine andere Geschichte – aber es waren keine leichten Entscheidungen.

OK. Nochmal zurück nach New York: Du gehst also als „2-m-Schlacks“, der noch grün hinter den Ohren ist, in eine Kneipe in Harlem, voller gestandener afroamerikanischer Tanzgrößen? Wie wurdest Du aufgenommen?

Es gab immer eine riesige Solidarität. Ich war nie ein Fremdkörper. Irgendwie genügte es, Stepptänzer zu sein, dann war man Teil dieser Gemeinschaft.

Zum Beispiel war ich mal ziemlich fertig, weil ich pleite war und keinen Platz mehr zum Wohnen hatte. Ich war echt ratlos. Eine Jazzsängerin, die meine Großmutter hätte sein können, kriegte das mit. Fragte nach, kapierte die Lage und rief eine ihrer Freundinnen an, deren Tochter gerade ausgezogen war. Am selben Nachmittag konnte ich bei dieser Frau einziehen! Eine alleinstehende ältere Lady in New York nimmt einen Fremden auf, einfach so. Einfach, weil ich ein Stepptänzer war.

„Community als Überlebensprinzip: das kommt aus der Geschichte des Jazz.“
Sebastian Weber

Die Frau sagte zu mir: Ich hab ein Rezept gegen den Blues! Wir gingen in den Supermarkt an der Ecke, holten zwei Tüten Ananassaft, Kokosmilch und Rum und mixten alles in einer riesigen Küchenmaschine zusammen. Dann saßen wir mit zwei Riesengläsern Pina Colada in ihrer Küche.

Mir sind viele solche Dinge passiert. Das kommt natürlich aus der Geschichte des Jazz. Community als Überlebensprinzip.

Du warst in dem wichtigsten Jazz-Club und wurdest als Rookie auf die Bühne geholt?

Ja! Von Chuck Green höchstpersönlich ! Also … Chuck war eine besondere Respektperson dort. In seinen guten Zeiten war er ein absoluter Superstar, aber seine Biografie war auch besonders hart. Er hatte schon als Kind seine Familie verlassen, ging mit neun Jahren nach New York, wurde zum Star– und kam auf dem Zenit seiner Karriere für 15 Jahre in eine psychiatrische Klinik. Absurde und tragische Geschichte. Trotz all dieser biografischen Zumutungen hat sein Tanz immer Maßstäbe gesetzt. Andere Stepptänzer wussten das besser als das normale Publikum und verehrten ihn.

„Chuck Greens Tanz war enigmatisch.“
Sebastian Weber

Als ich ihn kennenlernte, war er bereits ein alter Mann. Groß, mit breiten Schultern und Händen. Aber sein Tanz war enigmatisch. Er wurde immer als letzter auf die Bühne gerufen, nachdem schon alles Feuerwerk gezündet worden war. Dann schlurfte er auf die Bühne und begann, langsamer zu steppen als alle anderen. Er hat niemanden übertrumpft. Er hat überhaupt nichts gemacht, um die Leute zu packen, aber es wurde

dann trotzdem still im Club. Selbst die Kellner hörten auf, ihr Besteck zu sortieren. Er hatte was Schamanisches, aber gleichzeitig war er ganz witzig und warmherzig. Ein wirklich ganz Großer. Also dieser Chuck Green, der hatte mich irgendwie in sein Herz geschlossen. Und weil er irgendwann mit dem Finger auf mich zeigte, war das dann geregelt.

Wie bist Du Chuck Green denn zuerst begegnet? Woher kannte er Dich?

Ich besuchte einen Workshop. Das war kurios. Irgendjemand gab mir einen Flyer: eine Woche Workshop mit Chuck Green. Ich dachte: Chuck Green? Der lebt noch? So ahnungslos war ich! Ich kannte den Namen nur aus den Geschichtsbüchern! Natürlich bin ich da hin. Der Typ war ja eine Legende.

Der Workshop fand im Fazil's statt, einem traditionsreichen Probenstudio, wo man stundenweise Zimmer mit alten Holzböden mieten konnte. Hinter jeder Tür das Krachen von Stepptanz oder Flamenco. Herrlich. Am ersten Tag war der Kurs knallvoll. Aber Chuck hatte eine schräge Art zu unterrichten. Eigentlich saß er die meiste Zeit nur auf einem Hocker und ließ uns üben. Immer mal wieder stand er auf und zeigte einen weiteren Schritt aus seiner Choreografie.Es war aber verflixt schwer zu erkennen, was er da machte. Und er konnte es auch kaum erklären. Zum Beispiel benutzte er nicht die üblichen Namen für die Schritte, wie „Shuffle“ oder „Flap“, sondern sagte zu allem nur „heel“ oder „toe“. Klar – er hatte ja selbst Stepptanz nie in einer Schule gelernt.

Am nächsten Tag war nur noch die Hälfte der Schüler da, am dritten noch weniger. Den Leuten war es zu nervig. Für mich war das die Chance: Weil so wenig los war, traute ich mich, zu ihm zu gehen, fragte nach dem Schritt oder dem Rhythmus. Am Ende standen wir ständig beisammen, ich hab mir einen abgezappelt und er meinte immer nur „No, it's a toe“. Grinste und zeigte mir denselben Schritt nochmal. Und so weiter.

Nach dem Unterricht sind wir unten ins Café gegangen, haben was getrunken, gequatscht. Da waren immer auch ein paar andere Leute dabei. Chuck hatte schon eine bisschen Gefolgschaft. Aber ich glaube, es gefiel ihm, dass ich nicht lockerließ – und ich habe ihn natürlich vergöttert. Später verbrachten wir viel Zeit miteinander. Das hat mir viel bedeutet.

Du warst eine lange und für Dich prägende Zeit in New York, aber geblieben bist Du nicht. Warum?

Ich bin fast geblieben. Hatte mich schon an einem College beworben. Aber bei aller Liebe zum Jazz und zu den Möglichkeiten in New York hatte ich auch von Anfang an das Gefühl, dass die Art von Stepptanz, die Chuck tanzte, einfach nicht mein Weg werden konnte. Mein Stepptanz musste auch aus meiner Sicht auf die Welt kommen. Und die musste ich ja erst noch selbst begreifen. Dafür war ich in Deutschland besser aufgehoben.

„Mein Stepptanz musste auch aus meiner Sicht auf die Welt kommen.“
Sebastian Weber

Ich habe schon früh versucht, Stepptanz in einen zeitgenössischen Kontext zu stellen. Habe Stücke entwickelt, komponiert, Fördermittel beantragt und auch erhalten und mir hier langsam Erfahrungen und Netzwerke aufgebaut. Meine „Karriere“ – wenn man das so nennen kann – ist nur in Deutschland, oder jedenfalls in Europa, so möglich.

Wie meinst Du das?

Einerseits, weil es hier Förderstrukturen gibt, die zeitgenössische Bühnenformen finanzieren. Als ein Teil der Kulturlandschaft, die gesellschaftlich gewollt ist. Und andererseits, weil ich natürlich von vielen Einflüssen genauso geprägt bin, wie von diesen Geschichten aus New York: vom deutschen Tanztheater, deutschsprachiger Lyrik, europäischem Jazz. Eine Zeit meines Lebens war ich wirklich sehr viel in den USA und bin von diesen Reisen geprägt, aber gerade durch den Kontrast habe ich auch erfahren, wie europäisch ich bin.

Das Interview führte Maja Franke.

Wie es zur Gründung der SWDC kam, welchen internationalen Background die Tänzer:innen haben, welche Rolle die erstmals ausgezahlten Fördergelder auf die Szene spielen – und was der eigentliche Unterschied zwischen Ballett und Stepp ist, erzählt Sebastian Weber im zweiten Teil des Interviews.

Zur Person

Maja Franke

Maja Franke ist Expertin für Content und Corporate Publishing und bei 20blue auch als Art Directrice tätig. Als ehemalige Chefredakteurin eines Branchenmagazins weiß sie zudem, was Leser:innen interessiert. Ihre bevorzugte Interviewform: Der Longread. Weil sich die interessantesten Statements oft erst im Gespräch ergeben.

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Zur Person

Sebastian Weber

Sebastian Weber tanzt und choreographiert seit über 25 Jahren multimediale Stücke, die Stepptanz als aktuelle Ausdrucksform erforschen. Mit seiner gleichnamigen Company hat er den Stepp als zeitgenössische Kunstform neu erfunden. Dafür wurden sie mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt mit der Konzeptionsförderung der Stadt Leipzig und der TANZLAND Förderung des Bundes.

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