Fast & Furious NOW ?
blush & blue #004

Anja Mutschler , 29.06.2022

blush & blue: Kalt und warm. Optimistisch und nachdenklich. Heiter und tiefsinnig. Unsere zwei Unternehmensfarben weisen den Weg: Das monatliche Editorial von Anja Mutschler, Managing Partner des Research Institute 20blue spürt einmal im Monat den wichtigen Debatten und Zeitläuften nach. Mit Kopf, aber nicht kühl.

Fast

Während die Welt draußen sich weiterhin alle Mühe gibt, uns Gewissheiten zu rauben, lebe ich radikaler im Jetzt, als ich es jemals getan habe. Damit bin ich nicht allein. Gestern sagte der Leipziger Journalist Arndt Ginzel, der gerade seinen Film über Kriegsverbrechen in der Ukraine fertig produziert hat (ZDF: 6.7. Spätprogramm, 0:45 Uhr oder Mediathek), bei der Vorbesprechung unseres Podcasts: „Länger als einen Tag kann ich zurzeit nicht planen, wer weiß, was nächste Woche ist“. Nun ist ein Kriegsjournalist tatsächlich und gedanklich näher an der Front als die allermeisten von uns. Trotzdem ist dieser Schwebezustand zwischen der Zeit und der Wende, in der wir gefangen sind, nichts für Empfindsame. Woran halte ich fest? Was gilt morgen? Das, was wir zu erkennen glauben, ist eine Normalität von früher, die heute natürlich nicht mehr gilt. Die neue Nicht-mehr-so-globale-weniger-wachstumsorientierte-dafür-gut-bewehrte Wirklichkeit ist schlicht noch nicht bekannt. Das ist für viele schwer. Und daher lebe ich radikal im Jetzt – wie Arndt.

& Furious

Ich bin gespannt, was Arndt mir heute noch erzählen wird über Kriegsjournalismus und seine Erlebnisse in der Ukraine. Die 6. Folge der 20blue minutes mit ihm erscheint nächste Woche. Bis dahin empfehle ich wärmstens die 20blue minutes Folge 5: Christopher Buschow, Juniorprofessor für New Organisations in Medien an der Bauhaus Universität Weimar, legt kundig und eloquent dar, welche neuen Organisationsformen der Journalismus braucht, der längst zum „Arbeitnehmermarkt“ geworden ist. Beide Interviews fließen auch in die 13. Folge des Debattenpodcast 20blue hour ein, in dem ich aus verschiedenen Perspektiven auf die Arbeitsbedingungen im Journalismus schaue. Erscheint im Juli. Abonniert unsere Podcasts auf Spotify, Apple, Amazon oder Podcast.de um informiert zu bleiben. Seit Erscheinen meines ersten Features (Folge 12 „Es gibt nichts Gutes an einem Krieg“) bin ich im Übrigen zunehmend wütender geworden – wenn alle sich ein wenig umsichtiger verhielten, hätten wir viele Probleme nicht. Aber das Gesetz des Stärkeren, Schrägeren, Schrecklicheren gilt nach wie vor. Wie geht es Ihnen damit?

20blue minutes #05: Christopher Buschow von der Bauhaus-Universität Weimar

In der fünften Folge der 20blue minutes spricht Anja Mutschler mit Prof. Dr. Christopher Buschow von der Bauhaus-Universität Weimar über Arbeitsbedingungen im Journalismus und welche Konzepte und Modelle es bereits gibt und in Zukunft geben kann.

Von 20blue, 24.06.2022

NOW

Offener mit der schlechten Laune, Nachdenklichkeit und Ratlosigkeit umzugehen, ist eine der wenigen positiven Veränderungen dieser Zeit. Radikal im Jetzt zu leben, kann auch bedeuten: Gemeinsam um den Schlund des Nichtgewussten und Nichtbekannten zu tanzen, im Chor ein Abschiedslied auf das Vertraute zu singen und dann einen Eimer Farbe in Richtung Zukunft zu schmeißen – sicherheitshalber. Ich glaube, genau das haben wir gemacht bei unserem wundervollen Office Opening Mitte Juni in unserem Büro im Plagwitzer Bahnhof, wo wir gemeinsam mit dem smarten Digitalgrafik-Büro Knick.Design seit November 2021 die Turmgemeinschaft bilden. Rund 50 Gäste waren bei unserem Art-Happening „Kunst und Häppchen” anwesend. Bei strahlendem Wetter haben wir gemeinsam einen wunderschönen Abend verbracht und uns bei aufregenden, zum Nachdenken anregenden, fröhlich-fatalistischen Kunstwerken von 5 Künstler:innen kennen und schätzen gelernt. Wer uns besuchen möchte, findet ein Team, das sich über den perfekten Ort im schönsten Teil von Leipzig freut, tolle Kunst und das vielleicht „schwerste Quiz der Welt“. Einer unserer zugeschalteten Experten, Meüs van der Poel, hat einen wunderbaren kleinen Artikel über die Segnungen des „Cross-Over”-Arbeitens geschrieben, dessen praktische Ernte wir an diesem Abend ein Stück weit geerntet haben. Ach, das war schön!

Fotos: Justina Kravcalyte

» Fast Forward

Und jetzt vergessen Sie mal eine Sekunde, was ich gerade gesagt habe: Denn die Wende dieser Zeit ist derart umfassend, dass wir natürlich nicht einfach so reinstolpern können. Aber Verortung im Nebel? Schier unmöglich. Zumindest gehört die Vergewisserung im Vorläufigen zu den kompliziertesten Übungen der letzten Jahre. Neues lernen, Altes vergessen, sich auf andere Denkmuster einlassen, wirklich einlassen, immer wieder neu, von allen Seiten, das klingt mega-anti-cool. Mir macht das Spaß, ich denke dank 12 Jahren zwischen Menschen, die schlauer sind als ich, nicht mehr in falsch oder richtig, sondern in „noch nicht gedacht” und „endlich verstanden”. Das Gespräch zwischen denen, die wissenschaftlich denken und jenen, die anwendungsbezogen denken, geht jetzt erst richtig los. Jene Disruption, von der wir nun jahrelang aus unseren kuschligen Sofaecken raunten, während wir die Aktienkurse unter halb geschlossenen Wimpern studierten, uns dabei langweilig unter dem Alpaka-Pulli kratzend, sie ist da. Wirklich.

Das Gute ist: unsere Methode des agilen Denkens passt perfekt dazu. Wenn Sie also erst kürzlich wieder ein Gespräch geführt haben à la: „Wir müssen das jetzt endlich mal richtig angehen, kennst du wen?“ „Nö, hm…“ – Sie kennen eben doch jemanden. Uns! Denn wir kennen die Leute, die sich auskennen. #SchlaueKöpfe bei 20blue bilden genau Ihr wissenschaftliches Advisory Board, wenn Sie schnell wieder soliden Boden unter die Füße bekommen müssen zwischen all dem aufgewirbelten Staub der alten Erkenntnis.

Weil wir immer wieder unsere Seele im NOW auftanken, haben wir Kraft für Ihren FAST FORWARD-Moment. Challenge us … mit Ihren Fragen!

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Im Office-Opening der Turmgemeinschaft Plagwitz vergangene Woche zeigte sich einmal mehr der ergebnisorientierte Ansatz der 20blue Expert Community. Das Zusammentreffen von Unternehmensberatung mit Kultur und Design zeigt genau, wo der Schlüssel zum Erfolg liegt: Im Crossover.

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