Anthologie Neues Arbeiten in der Pandemie: Wir suchen spannende Textbeiträge

20blue, 05.02.2021

20blue plant eine Anthologie zum Debattenthema Neues Arbeiten in der Pandemie. Vieles ist in Bewegung geraten. Doch wie nachhaltig sind die Veränderungen? Wir suchen wissenschaftliche Einblicke und Praxisbeispiele aus den letzten 12 Monaten. Mehr Details finden Fachleute aus Wissenschaft und Praxis im Call for Papers.

Kein Beitrag über das (miteinander) Arbeiten kommt 2021 ohne diesen Hinweis aus: Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt tiefgreifend verändert. Ob dies als Chance oder Bedrohung wahrgenommen wird, hängt von der beruflichen Funktion und Krisenfestigkeit meines Arbeitsplatzes ab. Und möglicherweise auch vom jeweiligen Verhältnis zu technologischen Hilfsmitteln. Aber ist das wirklich alles? Hat die Corona-Pandemie, die nun ein Jahr wütet, unsere Arbeitswelt nachhaltig verändert? Und wenn ja, wie? 

Klar ist – das Virus hat die digitale Transformation in vielen Berufen vorangetrieben. Gerade in den Ländern, denen schleppende Digitalisierung vorgeworfen wurde, werden Prozesse, aber auch ganze Jobprofile durchdigitalisiert. In diesem Kontext entstehen neue Konzepte virtueller Organisation und Zusammenarbeit, neue Arbeitsfelder, Arbeitsbeziehungen und -prozesse. Und, wie viele hoffen, auch ein neues Mindset.  

Ein Moment, auf den viele schon lange gewartet haben – gerade in deutschen Debatten ist viel vom notwendigen Aufholprozess die Rede. Endlich, so könnte man annehmen, ist Frithjof Bergmanns „New Work“ (1994; 2004; 2019) zur Normalität geworden. Neues Arbeiten ist Arbeiten. 

Die digitalen Helfer haben wahrscheinlich Schlimmeres verhindert. Aber viele durch die Pandemie angestoßenen Veränderungen im täglichen Arbeiten sind Ergebnis einer Notlage – digitale Messen, Meetings mit Homeschooling im Hintergrund, das Jahresgespräch als Videokonferenz: 

Wie nachhaltig sind die aktuellen Veränderungen? Was bedeuten die durch die Pandemie bedingten Veränderungen und das Ausweichen auf das Virtuelle insbesondere für Branchen, in denen persönlicher Kontakt und Präsenz zentral war? Verfestigt die Pandemie digitale Gewohnheiten oder ist ein Backlash wahrscheinlich, weil Arbeiten (auch) ein sozialer Akt ist, der vom physischen Miteinander lebt? 

Mit unserer Anthologie zum Thema „Arbeiten in Zeiten der Pandemie“ möchten wir umfassende Einblicke darüber liefern, welche nachhaltigen Veränderungen unserer Arbeit durch die Pandemie angestoßen werden. 

Ziel ist es, Ansätze unterschiedlicher Disziplinen zu vereinen und das Thema aus verschiedenen theoretischen Blickwinkeln zu beleuchten. Anhand von Praxisbeispielen sollen darüber hinaus Perspektiven für einzelne Branchen aufgezeigt werden.  

Sie können bis zum 26. Februar Ihr Abstract einreichen. Eine Fachjury wählt die Texte aus. Die Anthologie ist für Frühsommer geplant.