Podcast 20blue hour, Folge 4: Journalismus reloaded

Anja Mutschler , 30.06.2021

Steckt der Journalismus in einer Krise? Wenn ja, was braucht es jetzt, um den Journalismus neu zu denken? Diesen Fragen widmet sich Anja Mutschler in dieser Woche mit ihrem Gast, dem Journalisten Joachim Widmann.

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In der aktuellen Folge der 20blue hour dreht sich alles um Journalismus. Kein Wunder bei einem Gast wie Joachim Widmann, der nicht nur selbst Redakteur und Chefredakteur in vielen Zeitungen war, sondern inzwischen einer der Leiter der Berliner Journalisten-Schule ist.

Im gemeinsamen Gespräch wird der Journalismus in einer digitalen Welt verortet, in der im Grunde jeder selbst Medienproduzent ist. Auch mit dem Ergebnis, dass der Stammtisch durch das Internet so groß wie noch nie geworden ist. Im Gegensatz dazu werden Begriffe wie Haltungsjournalismus diffamiert, was dazu führe, dass es ein Problem damit gebe, zum eigenen Journalist:in-sein zu stehen.

„Sobald Fakten ins Spiel kommen, funktioniert der Stammtisch nicht mehr. Die Emotionalisierung durch Gerüchte und Verschwörungsmythen funktioniert nur auf der Basis einer Delegetimierung von faktenorientierten Informationskanälen.“
Joachim Widmann

Von den Fragen über Haltung und Aktivismus geht es dann aber auch zu konkreten Formaten und auch zur Realität des Lokaljournalismus, wo kleine Teams irgendwo zwischen Eventjournalismus und Terminjournalismus um den Erhalt ihrer Redaktion kämpfen.

Entsprechend selten wird dadurch auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Leserschaft, obwohl gerade das wichtig für alle Journalist:innen sei, egal ob sie nun in lokalen oder überregionalen Kanälen aktiv sind.

Auch wenn die Kapazitäten oft schwierig sind, ist der Ausblick auf den Journalismus aber insgesamt positiv, vor allem ein Journalismus, der Haltung haben darf, keine Angst vor multimedialen Formaten hat und aktiv den eigenen Zugang zu journalistischen Inhalten mitgestaltet.