Podcast 20blue hour, Folge 6: Bildung ist kein Zufall

Anja Mutschler , 01.09.2021

Das letzte Jahr war auch im Bereich der Bildung eine Zerreißprobe: Frontalunterricht vermengt mit Gruppenarbeit wurde in digitale Systeme gepresst, mit denen häufig vor allem die Lehrenden selbst überfordert waren. Im gemeinsamen Gespräch loten Bildungsaktivist Dr. Christoph Schmitt und Anja Mutschler, Lehrerkind und inzwischen selbst Mutter von schulpflichtigen Kindern, die Herausforderungen und Möglichkeiten von Bildung aus.

20blue hour auf ...

... und auf vielen weiteren Plattformen oder direkt als RSS-Feed.

Die Schulzeit macht für die meisten Menschen einen deutlichen Konflikt zwischen dem eigenen Willen, etwas zu lernen, und Bildungsinstitutionen deutlich, die meistens als unflexibel erlebt werden und nicht den richtigen Rahmen für unser Lernen zu bieten scheinen.

Ist dieser Konflikt aufzulösen? Diese konkrete Frage hat Anja Mutschler an Dr. Christoph Schmitt, der sich selbst als Bildungsaktivist und Bildungsdesigner bezeichnet, und der als Berater verschiedene Schulsysteme sowohl von innen als auch von außen kennengelernt hat und weiterhin beobachtet.

Bei der Frage, was denn nun gute Bildung ist und was nicht, sollte man sich allerdings zunächst die Frage stellen, für wen und zu welchem Zweck Ansätze der schulischen Bildung gedacht sind und designt werden:

„Wenn es bei Schule und ihrer Organisation darum geht, dass Kinder an einem Ort versammelt sind und sicher sind und die Grundregeln unserer Kultur lernen, während ihre Eltern ihrer Arbeit nachgehen können, dann ist das eine unglaublich wichtige Funktion, die Schule bis heute in unserer Gesellschaft inne hat.

Aus einer anderen Perspektive, wo ich sage, dass jeder Mensch individuell und unvergleichlich ist, dann kann ich die nicht alle durch ein Nadelöhr stopfen, dann ist das Design auf den einzelnen Menschen hin völlig unbefriedigend.“

Christoph Schmitt, Bildungsdesigner

Um gute Bildungskonzepte zu entwickeln, brauche es vor allem viele Freiheiten und Möglichkeiten, ohne die direkte Kontrolle auf Machbarkeit und Effizient. Neugier und Freiwilligkeit zu zentralen Treibern der Lernerfahrung zu machen ist nicht leicht umzusetzen, wichtig sei aber vor allem, dass man von Forderungen ins Handeln kommt.

Best Practices dazu gibt es, allerdings bisher vor allem aus der außerschulischen Bildung oder der Hochschulbildung. Mit Learnlife entsteht beispielsweise aktuell eine ursprünglich in Barcelona gestartete, inzwischen internationale Community aus Menschen, die das lebenslange Lernen als Konzept ernst nehmen und weiterteilen.

Die zentrale Forderung an alle Menschen, die innovative Konzepte zur Bildung entwicklen, ist dabei: vernetzt euch digital!